Zu meinem Besichtigungsprogramm während des Besuches in Saarbrücken bei meinem Bruder gehörte auch die UNESCO Weltkulturerbestätte “Völklinger Hütte”, ein aufgegebenes Stahlwerk. Wirklich etwas darunter vorstellen konnte ich mir nicht, doch erstens war ich mir sicher, dass die UNESCO nicht nur drei verrostete Trittleitern zu einem Weltkulturerbe erklären würde und zweitens klang das doch nach regelrechtem Steampunk-Ambiente.
Und ich wurde nicht enttäuscht.
Es ist erstaunlich, wie viel Schönheit in einer Unmenge von monströsen Stahlkonstruktionen verborgen sein kann, in der Masse von verrosteten Gerätschaften und Öfen, in Rohren und Plattformen. Zu der Zeit seines Betriebes muss das Stahlwerk eine eigene Welt gewesen sein, ein paralleles Universum voller Rauch und Feuer, beißender Dämpfe und enormer Hitze. Wirklich vorstellen konnte ich mir das nur an wenigen Stellen, zu still und kühl stehen jetzt die Ruinen in andächtigem Schweigen. Aber vor allem wenn man bedenkt, dass die Völklinger Hütte unter anderem aufgegeben wurde, weil sie zu klein geworden war, wird mir der Wahnsinn, den Menschen in diese Welt gebracht haben, so richtig bewusst.

Trotzdem, es war toll. Ich habe in den 4,5 Stunden sehr viele Fotos gemacht (und würde gerne eines Tages mit entsprechender Gewandung nochmal dahin zurück kehren
) und viel über einen Aspekt der Industrie gelernt, von dem ich vorher so gut wie nichts wusste. Insgesamt kann ich den Besuch in der Hütte (haha, Hütte… was für eine unpassende Assoziation!) nur unter “sehr inspirierend” verbuchen!
Auch wenn der Rundgang leider, in Kombination mit dem extrem gut und frisch klimatisierten Historischen Museum Saarbrücken am Vortage, zu einer massiven Erkältung geführt hat. Kultureller Schnupfen. Tja. Ist leider genauso entnervend wie ein profaner ![]()

