8
Feb

Wieviel ist viel?

   Posted by: britta   in Allgemeines

Ich habe eben die Seite mit den Veröffentlichungen auf meinem Blog aktualisiert - mit der Skyta-Trilogie im Ikarus-Universum sind drei weitere Bände hinzugekommen. Da Zahlen ja immer eine schöne Sache sind, habe ich geschaut, wie viele “Ikarussen” ich denn so geschrieben habe in den letzten Jahren: es sind elf. Zusammen mit den größeren anderen Veröffentlichungen (Kurzgeschichten ausgenommen) komme ich dann auf 20 “Bücher” - eines in Kooperation mit Irene Salzmann, eine Geschichte teilt sich einen Sarameeband mit anderen Autoren, dafür ist der Vampire Gothic Band länger als meine üblichen Novellen. Und irgendwie sitze ich jetzt hier und frage mich: ist 20 viel oder wenig? Und komme zu keinem Ergebnis. Wenn es zwanzig dicke Bände wären, solche, die man auch dazu benutzen kann, den Tisch zu erhöhen wenn man zufällig eine Basketballmannschaft zum Essen eingeladen hat, dann würde es mir vermutlich wie eine beeindruckende Zahl erscheinen. Zwanzig Novellen und ein Schwarm von Kurzgeschichten erzeugen nicht das gleiche Gefühl :-)
Ich nutze die Zeit des Nachdenkens, um an dem 21sten Band weiter zu schreiben, der langsam mal fertig werden muss, einer Folge der Scareman-Reihe.
Und vielleicht fange ich danach dann mit den dicken Büchern an.
So für die Statistik :-)

11
Nov

marsianer - gut ohne blut.

   Posted by: britta   in Allgemeines

ich schreibe ja sonst nicht über filme, doch letzte woche habe ich den marsianer gesehen. und in einer zeit, in der die spannung und qualität eines films (oder einer serie) irgendwie nach dem bodycount bewertet zu werden scheint oder was für gräßliche arten des ablebens dem macher noch einfallen, ist der marsianer spannend, ohne dass er fies oder blutig (okay, ja, natürlich gibt es auch blut. aber nicht zehn gallonen davon.) ist. ridley scott kann anders, das wissen wir, aber er verkneift es sich, obwohl er reichlich gelegenheiten hätte, ein paar nicht so wichtige charaktere auf unerfreuliche arten aus der geschichte zu kicken.
doch der film braucht das nicht. als das licht wieder anging und ich merkte, wie gut ich mich unterhalten fühlte, ohne dass es tote gegeben hatte, wurde mir erst bewusst, wie sehr ich mich schon an beliebiges “rumtöten” in filmen und büchern gewöhnt hatte.

ich freue mich über filme, die gute spannung erzeugen, ohne mehr oder minder ästhetische gemetzel. eine gute geschichte braucht das meinem gefühl nach nicht (auch wenn einige, des realismus wegen, nicht ohne opfer auskommen. wer glaubt z.b. eine kriegsgeschichte ohne tote?) und eine schlechte wird durch massaker nicht gerettet. ist ein autor, ein scriptschreiber “zu weich”, wenn er seine charaktere am leben läßt? ich denke nein. wenn er es versteht, die gleiche spannung, das mitfiebern und mitfühlen zu erzeugen, das erschrecken und bangen, OHNE dass er dafür töten muss, dann ist das kunstvoll. vielleicht bin ich es, die zur zeit zu weich ist für GoT und andere filmwerke, die auf rache und blut zu basieren scheinen. vielleicht finde ich, dass die welt gerade nicht noch mehr fiktives elend braucht. so oder so:
der marsianer hat mich überzeugt.
ohne blut.

(btw., der beitrag ist klein geschrieben, da er zuerst auf fb stehen sollte, dann aber länger wurde - den nächsten richtigen blogbeitrag schreibe ich auch wieder mit großen buchstaben im team ;-) )

2
Okt

Wie oft ist Weihnachten?

   Posted by: britta   in Allgemeines

Vor zwei Jahren hatte ich eine Kurzgeschichte “fast fertig” und die Idee, mit einer Freundin, die sehr schön sprechen kann, daraus ein kleines Hörbüchlein als Weihnachtsgeschenk für Freunde zu machen. Weder gelang es mir in dem Jahr, die Kurzgeschichte fertig zu stellen, noch haben wir natürlich das Hörbuch gemacht. Also verschoben wir das einfach auf das nächste Jahr… wieder passierte nichts (doch, nunja, die Kurzgeschichte ist etwas weiter gewachsen und steht nun GANZ knapp vor ihrem Abschluß!).
Also verschoben wir es auf das nächste Jahr. Dieses, genauer gesagt.
Und nun ist Oktober und die Kurzgeschichte ist IMMER NOCH NICHT fertig! Nur noch zweieinhalb Monate und ich frage mich, ob ich es schaffen werde oder ob wir wieder schieben müssen.
Wie oft ist nochmal Weihnachten?
Oh oh…

2
Jun

Scheinschreiber

   Posted by: britta   in Allgemeines

Zweimal ist es in den letzten Tagen passiert, dass die Sprache auf Berufe kam und wenn ich dann gesagt habe, dass ich unter anderem Schriftstellerin bin, gab es danach eine kurze Pause, der die Frage folgte:
“Hast du denn schon mal was veröffentlicht?” - mit diesem leicht zweifelnden Unterton. Nicht zu vergessen die sehr offene, direkte Frages eines Kindergartenkindes, ob ich denn “keinen richtigen Beruf” hätte und deswegen zu Hause Geschichten schreiben müsste.

Tja.

Auf dem Blog meines Bruders Dirk gab es vor Jahren eine sehr lange und interessante Diskussion darüber, ob jemand nur dann ein Schriftsteller ist, wenn er auch Bücher veröffentlicht und Geld dafür bekommt oder ob es eigentlich schon reicht, dass er oder sie für die Schublade schreibt. Die will ich gar nicht wieder aufrollen. Doch offensichtlich haben ambitionierte Schreiberlinge, die seit zehn Jahren an ihrer ersten Kurzgeschichte arbeiten auf der einen und Bestsellerautoren, die über Nacht mit einem Werk zum Millionär werden, auf der anderen Seite eine seltsame Vorstellung von der Schreiberei entstehen lassen. Ein deutliches entweder-oder Denken.

Entweder bin ich ein Scheinschreiber und nenne mich Autorin, weil ich … ja, warum eigentlich? Wichtig klingen will? Einem unerfüllten Traum hinterherjage? Nichts besseres mit meiner Zeit anzufangen weiß? Dann habe ich aber bestimmt noch nichts veröffentlicht oder musste dafür bezahlen, dass jemand meine Bücher druckt. Oder ich bin so erfolgreich, dass, wenn ich meinen Namen nenne, die Leute große Augen kriegen und fragen “Ach, bist du etwa DIE?”. Dass man als Schriftstellerin auch in flacheren Gewässern vor sich hindümpeln kann und trotzdem etwas veröffentlicht, was dann sogar gelesen wird, scheint eine befremdliche Idee zu sein.

Ich suche jetzt gar nicht nach der Moral von der Geschichte, auch wenn ich den Eindruck habe, dass das generell ein Phänomen dieser Zeit ist. Es gibt nur Superprofis oder Hobbyisten, das ernstzunehmende Mittelfeld wird ausgeblendet, sei es bei jeder Art von Künstlern und Designern, bei Handwerk oder Lehre.
Dabei ist es gar nicht schlimm, Mittelfeld zu sein. Henry van Dyke (ein Schriftsteller ;-) ) meinte mal “Die Wälder wären sehr still, wenn nur die begabtesten Vögel sängen.” In diesem Sinne:
tirili!

27
Okt

Handgewedel.

   Posted by: britta   in Allgemeines

Ich habe oft festegestellt, dass Leute mit Überzeugung von Dingen sprechen, von denen sie im Grunde keine oder nur geringe Ahnung haben. Männer, die über kaputte Autos reden (ja, ein Klischée, ich weiß, aber es passiert nunmal) und allerlei mögliche defekte Bauteile benennen, auch wenn es etwas ganz anderes ist (aber es klingt so wissend!). Mütter, die psychologische Untersuchungen in Bezug auf Kindesentwicklung ausbreiten, mit dem Auftreten einer Universitätsprofessorin während eines Seminars, auch wenn sie zu dem Thema nur die Kurzzusammenfassung bei Facebook gelesen haben. Auch gerne gesehen: medizinische Ratschläge bei allerlei Beschwerden, die letztlich auf einem kleinen Schatz persönlicher Erfahrungen fußen, aber nach einem Zitat aus dem Medizinstudium klingen.
Es begegnet mir nicht nur überall, ich ertappe mich auch selber dabei. Aus einer Wissensmücke machen wir alle zuweilen einen überzeugten Elefanten und da es ohnehin kaum jemand besser weiß, wird es auch abgenickt. So laufen Gespräche eben - wenn jeder nur über das reden würde, was er oder sie mit hunderprozentiger Sicherheit, entsprechenden Belegen und aktueller Fachausbildung wissen würde, dann wären wir recht schweigsam oder hätten viele Kommentare zum Wetter (andererseits, müsste man dafür nicht Meteorologe sein?).
Schreiben geht sowieso kaum anders. Ich habe küzrlich für einen Roman nochmal nachgelesen, wie Laser funktioniere, habe das gleiche schon mit Plasmawaffen und Gaußbeschleunigern getan. Ich mag von diesen Dingen keine Ahnung haben, aber meine Charaktere müssen es wissen. Also bediene ich mich des Handgewedels, wie mein Bruder das mal so schön genannt hat: Ein paar Fachbegriffe, ein wenig Hintergrund und dann gelassen mit der Hand wedeln als wolle man sagen: “Naja, den Rest kennt ihr ohnehin, das ist ja gewissermaßen Allgemeinwissen.” Eine gute Tradition, die von Warpkernbrüchen und Polarisationsgewechsel bekannter SF-Serien eingeleitet wurde. Und es funktioniert. Nicht bei den wenigen Physikern, die meine Romane ernsthaft lesen, nicht bei den Historikern mit Spezialgebieten oder Mediziniern, die sich vermutlich an ihrem Kaffee verschlucken, wenn ich ernsthaft die Folgen einer Verletzung beschreibe. Aber bei allen anderen, die genauso wie ich glauben wollen, dass man kaputte Radlager knarren hört, alle Kinder in diesem Alter die gleichen nötigen sensorischen Entdeckungen beim Essen von Sand machen und Laserstrahlen aus kleinen Handwaffen durch Felsen schneiden.
So.

13
Okt

Was würde Jane sagen?

   Posted by: britta   in Allgemeines

Ich schaue gerade eine Pride&Prejudice Verfilmung von 1980. Das ganze erinnert mehr an ein leicht sonderbares Theaterstück, wie die Figuren da durch ihre unechten Räume stolzieren und mit vollkommen ungekünstelter… hüstel… und kaum übertriebener Schauspielerei energetisch ihre Texte heruntersäuseln. Eigentlich, ehrlich gesagt, ist es kaum zu ertragen und ich frage mich, ob es sich lohnt, einen Film zu behalten, nur weil er in der Sammlung seinen Platz hat und es nette Kleider zu gucken gibt.

Und das brachte mich zu der niemals zu beantwortenden Frage, was wohl Jane Austen zu den drei großen Verfilmungen der letzten 35 Jahre gesagt hätte. Welche hätte ihr am besten gefallen? Wären wir einer Meinung gewesen, was die beste Wahl der Charaktere oder die Betonung ihrer Texte angeht? Die Kostüme und das richtige Verhalten in Gesellschaft? Wäre sie begeistert von den Möglichkeiten, die Film bietet, oder eher entsetzt oder verwirrt? Was für eine schöne Vorstellung, sie hier neben mir auf dem Sofa sitzen zu haben (wir könnten eine Tüte Chips teilen. Keine echte Engländerin könnte Chips widerstehen!) für ein paar Gespräche dieser Art.
Zumal sie sich die Welt, in der wir jetzt leben und in der ihre Geschichten einen festen Platz gefunden haben, niemals hätte vorstellen können. Oder doch, irgendwie? Ich würde sie gerne fragen…
Hm, müsste mich vorher noch umziehen.
Nicht, dass sie mich in Hosen sieht.

13
Okt

Ein Thema, zwei Boten…

   Posted by: britta   in Allgemeines

Es ist ein bisschen bizarr:
Vor einiger Zeit habe ich in der Zeit online ein Interview mit dem Philosophen Byung-Chul Han gelesen, in dem er unter anderem davon spricht, dass Neoliberalismus bedeutet, dass wir von Fremdausbeutung auf Selbstausbeutung umgestiegen sind - ein schönes Zitat dazu ist:

Wenn ein System die Freiheit angreift, muss ich mich wehren. Das Perfide ist aber, dass das System heute die Freiheit nicht angreift, sondern sie instrumentalisiert.

http://www.zeit.de/zeit-wissen/2014/05/byung-chul-han-philosophie-neoliberalismus/komplettansicht

Ich fand das sehr nachdenkenswert.

Gestern nun habe ich, mit einiger Verspätung, Captain America II gesehen. Und darin verkündet HYDRA, die S.H.I.E.L.D. erfolgreich unterwandert haben, dass sie im Dritten Reich damit gescheitert sind, den Leuten ihre Freiheit wegzunehmen, da diese sich gewehrt haben. Und sie nun einen guten Weg gefunden haben (durch das Schüren von Angst, Verunsicherung, Chaos und alledem), die Menschen dazu zu bringen, die Freiheit für einen vermeintlichen Schutz selber und bereitwillig aufzugeben. So dass sich kaum einer mehr dagegen wehrt, weil es ja “zu ihrem Besten” ist.

Ich kann mir spontan kaum zwei unterschiedlichere Boten vorstellen als einen Marvel-Superhelden (bzw. dessen Gegner) und einen in Berlin lebenden südkoreanischen Philosophen. Und doch ist die Nachricht recht ähnlich: Wenn uns jemand dazu bringt, unsere Freiheiten selber aufzugeben, sei es für “Selbstverwirklichung” oder für “Sicherheit”, dann ist es manchmal schwer, das überhaupt zu merken - und noch viel schwieriger, dagegen anzugehen.
In der Welt, in der wir hier leben, sind so manche Grenzen bis zur Unkenntlichkeit verwischt. Die zwischen den Medien und ihren Bereichen besonders. Ich wundere mich also nicht, dass in einem scheinbar profanen Unterhaltungsfilm mit vielen Actionszenen sozialkritische und philosophische Botschaften auftauchen. Ich bin froh darüber. Denn nicht allzu viele Leute werden Interviews in der Zeit lesen, jedenfalls im Vergleich zu denen, die im Kino den Captain sehen wollen. Ich habe Comics, Science-Fiction- und Fantasy-Stories gelesen, in denen ich weise Worte, Wahrheiten und Wegweisendes gefunden habe und denke nicht, dass man etwas als “trivial” einstufen sollte, nur weil es auch unterhaltend ist. Hohe Literatur und niedrige - es gibt in beiden Bereichen natürlich Extreme. Aber es gibt auch ein sehr großes, vermischtes Feld dazwischen.

12
Okt

Schüleraufsatz

   Posted by: britta   in Allgemeines

Es ist eines meiner liebsten Zitate für alles, was ich irgendwie in Sachen Kunst mache:

“Neglect your art for one day and it will neglect you for two.”

Ich habe nur die stille Hoffnung, dass das nicht stimmt, denn sonst habe ich noch eine ganze Zeit vor mit, in der die für alles Schriftstellerische zuständige Muse mich über die kalte Schulter verschnupft anschaut und mit den Lippen lautlos das vielsagende Wort “pöh!” formt.
Es ist wirklich lange her, dass ich konzentriert und effektiv an einer meiner Geschichten gesessen habe. Und nun, da ich langsam wieder anfange (in der Hoffnung, dass all die vielen Alltagsdinge, die mich abgehalten haben, eine Weile Pause machen), wende ich mich zuerst den Projekten zu, für die ich weniger Herzblut brauche und mehr schlichte Professionalität. Trotzdem fühle ich mich wie eine Drittklässlerin beim Schüleraufsatz. “Was ich in den letzten Ferien getan habe…” Nicht viel, und das ist das Problem. Meine Heldin Skyta, die im nächsten Ikarus-Roman ihre Abenteuer erlebt, schaut mich an und schüttelt vorwurfsvoll den Kopf. Ja, ich habe sie mitten in einer gefährlichen Actionszene allein gelassen für ein paar Monate. Kann man da denn so nachtragend sein, dass sie sich nun mit der Geschwindigkeit einer Schnecke durch Honig weiter durch ihre Geschichte bewegt?
Hmpf.
Somit lese ich jetzt erstmal den ersten Teil des Romans selber Korrektur und erfreue mich an den Sätzen, die ich zu schreiben imstande war, ehe ich es zu wenig gemacht habe. Vielleicht motiviert mich das ja neu. Ansonsten habe ich noch einige Tage abzuzählen, bis meine Kunst mich nicht mehr aus Rache vernachlässigt.
Aber ich rechne lieber nicht nach, wie viele es wären…

10
Okt

Aufgewacht, aber noch nicht aufgestanden…

   Posted by: britta   in Allgemeines

Das kann ich zu meinem Blog hier sagen. Endlich, nach einer kleinen Ewigkeit, habe ich es wieder aus der Versenkung geholt (aufgeschreckt durch eine Freundin, die eventuell auch ein Blog haben möchte und der ich dann erzählen konnte, das ich eines habe… irgendwie… also ein Dornröschenblog sozusagen, im Koma des Alltags still vergessen).
Ich habe mich durch die Kommentare meiner zahlreichen chinesischen Leser geklickt oder denen, die mit meinen Artikeln ja soooo zufrieden sind und das nicht nur erwähnen, sondern gleich noch auf Haarwuchsmittel und Unterrichtsangebote hinweisen wollten - wo sie doch schon mal dabei waren! Gewissermaßen habe ich die leerstehende Bude ausgefegt, einen starken Kaffee zum Aufwachen hingestellt und warte nun darauf, dass mir in den nächsten Tagen etwas einfallen wird, was sich Aufzuschreiben lohnt.
Hey honey, I’m home!

28
Okt

Lösungen für Aschenbrödel

   Posted by: britta   in Allgemeines

Als Kind habe ich “Drei Nüsse für Aschenbrödel” einmal jedes Jahr geschaut, es war mir eine heilige Pflicht. Ich erinnere mich noch, dass meine allererste Fahrstunde an den Aschenbrödeltag fiel und ich das empörend fand, was mir zeigt, wie lange ich diese Tradition aufrechterhalten habe. Mittlerweile besitze ich eine DVD mit dem Werk (nein, die BlueRay soll sich nicht lohnen…) und kann es demnach anschauen, wann und wie oft ich mag. Da meine Tochter wieder krank ist und ich ihre beiden sonstigen Filme, mit denen sie eine halbe Stunde auf dem Sofa abhängen kann, nicht mehr sehen mochte, habe ich sie mit nach Aschenbrödelland genommen, was ihr enorm gut gefallen hat (vor allem die Szenen mit den Pferden und Hunden bei der Jagd. Überrascht mich nicht ;-) ). Auf diese Weise habe ich den Film also auch wieder gesehen und bin dabei auf neue Gedanken gekommen.

Wenn man als Kind sieht, wie die böse Stiefmutter Erbsen und Asche (oder Mais und Linsen) zusammen kippt, denkt man, zusammen mit dem armen Waisenkind, dass es nur eine Möglichkeit gibt, das Problem zu lösen: ganz nach Anleitung, per Hand aussortieren.
Der magische Ansatz, den der Film als Lösung bietet, funktioniert natürlich besser. Tauben kommen und kümmern sich um die Sache (Asche in den Eimer und Erbsen in den Kropf… ach nee… Topf. Mist.)
Vor Jahren dachte ich ganz schlau an einen physikalischen Ansatz. Alles in einen Eimer tun und sacht schütteln. Die größeren Erbsen oder der Mais bewegen sich nach oben und nach dieser Grobtrennung kann man dann nur noch die Reste aussortieren. Geht sehr viel schneller.
Jetzt aber habe ich die schnellste und ultimative Lösung gefunden.
Man kann sie den gesellschaftlichen Ansatz nennen. Ich meine, die aufgebrezelte Gutsherrin kommt doch nur in die Küche, um ihre Angestellten zu schikanieren. Sie war mit Sicherheit noch nie in der Speisekammer. Also wirft man die Ascheerbsen und die Maislinsen einfach den Hühnern vor, geht zu den Vorräten und füllt die Schalen neu. Zeitaufwand: keine fünf Minuten. Dass die Stiefmutter was merkt: höchst unwahrscheinlich. Arbeit adé, Prinz, ich komme. Erschreckend, dass ich mehrere Jahrzehnte brauchte, um so weit “out of the box” denken zu können. Schön, dass es jetzt klappt.
Nur für die Kleiderfrage gibt es natürlich keine ähnlich profane Lösung. Da muss Haselnuss-Magie ran.
Zum Glück! :-)