Die Kommentare…
… sind etwas, was die Welt zusammen hält. Nein, nicht die realen und wirklichen, sondern die von Programmen generierten, die ach-so-interessiert und verständnisvoll Stellung zu all meinen Beiträgen nehmen. “Das ist bestimmt nur eine Mode”, “Weiß jemand, wie sich das verallgemeinern läßt?” und “Danke, bevor ich das hier gelesen habe, wusste ich gar nicht, dass es das gibt” etc.
So schöne Allgemeinsätze, so universell benutzbar. Man könnte sie sich rausschreiben und auf der nächsten langweiligen Familienfeier stundenlange Gespräche auf diese Weise führen, so wie dereinst Eliza, die Menschen davon überzeugen wollte, auch ein Mensch zu sein. Manchmal steht zu befürchten, dass dafür nicht allzu viel nötig ist. Würzen wir den Kommentarcocktail noch mit persönlichen Aussagen wie “Oh, das ist schlimm, aber das wird schon wieder!” oder Fragen, die eine längere Antwort erfordern, in etwa “Und wie war dein Jahr so?” und man kann sich durch einen Abend konversieren, ohne auch nur einmal das Gehirn einschalten zu müssen.
Schwierig wird es nur, wenn das Gegenüber auch ein Blog hat und die Kommentare kennt und er einen auf die Aussage hin “Danke, nachdem ich das gehört habe, wundere ich mich schon, dass ich vorher so vernagelt war…” fragt, ob man zufällig ein Online-Casino besitzt.
Dann muss man sich tatsächlich eine eigene, neue Antwort ausdenken.
Andererseits…
“Ach, ich denke, das ist bestimmt nur so ein Trend.”
Geht immer.
Irgendwie.
